Was ist Rettungsschwimmen?

Rettungsschwimmen — auch Rettungssport genannt — ist ein vollständiger Wassersport, der Schwimmleistung, Rettungstechniken und Erste-Hilfe-Reflexe vereint. Bekannt durch die Fernsehserie «Baywatch», ist es tatsächlich äußerst vielfältig: Seine Disziplinen stellen alle die Rettung einer ertrinkenden Person in den Mittelpunkt — im Becken ebenso wie im offenen Wasser. Es fasziniert durch seine einzigartige Verbindung aus humanitärem Ideal — schnell handeln, um ein Leben zu retten — und sportlichem Hochleistungsanspruch. Als Breitensport für alle Altersgruppen vereint es in der Schweiz Tausende von Athletinnen und Athleten — von den Jüngsten bis zu internationalen Eliten.

Geschichte & Ursprünge

Rettungsschwimmen entstand in Australien — die ersten Wettkampfbegegnungen von Rettern gehen auf Bondi Beach im Jahr 1906 zurück. Weltmeisterschaften werden seit den 1950er Jahren ausgetragen. Der Internationale Lebensrettungsverband (ILS) entstand 1994 durch die Fusion von World Life Saving und der Internationalen Wasserrettungsföderation (FIS, gegründet 1910) und richtet seitdem alle zwei Jahre Weltmeisterschaften aus. In der Schweiz ist die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) die Referenzorganisation: Sie betreut die lokalen Sektionen, bildet Trainerinnen und Trainer über Jugend+Sport (J+S) aus, selektiert die nationalen Kader und vertritt die Schweiz international.

Teamgeist & Werte

Die SLRG beschreibt den Sport als «Synonym für Teamgeist und Technik — eine einzigartige Kombination». Das Bündnis aus humanitären Grundsätzen — helfen und retten — mit dem Anspruch des Wettkampfsports zieht jährlich neue Sportlerinnen und Sportler an. In der Schweiz nehmen lokale Sektionen Erwachsene und Jugend auf und bilden Athletinnen und Athleten aus, die in beiden Umgebungen antreten können. Die Philosophie: trainieren, um im entscheidenden Moment bereit zu sein.

Im Becken

Im Becken werden Schnelligkeit, Präzision und Technik auf die Probe gestellt. Zu den Kerndisziplinen gehören: Manikin Carry, Manikin Tow with Fins, Hindernis-Schwimmen, Super Lifesaver (200m kombiniert) und Line Throw. Das Schwimmbad ist der ideale Rahmen, um die Grundlagen in einer kontrollierten Umgebung zu erlernen — Flossennutzung, Präzisionsapnoe, Rettungsgriffe, Krafteinteilung — und sich bis zur Wettkampfebene weiterzuentwickeln.

Im Freiwasser

Im Freiwasser (See, Fluss, Strand oder Brandung) findet das Rettungsschwimmen im direkten Kontakt mit der Natur statt. Surf Race, Beach Flags, Board Race, Surf Ski und Oceanman/Oceanwoman — eine Kombination aus Schwimmen, Board, Ski und Sprint — verbinden Ausdauer, Naturlesen, Orientierung und Strategie. Wechselnde Bedingungen (Wellen, Strömung, Temperatur) verlangen konstante Anpassungsfähigkeit. Diese Disziplinen ergänzen das Beckentraining auf natürliche Weise.

SERC — Simulierter Notfall

Der SERC (Simulated Emergency Response Competition) ist eine einzigartige Disziplin: Ein Team aus vier Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern stellt sich einer unbekannten Wassernotfallsituation, die es in zwei Minuten mit Urteilsvermögen, Kenntnissen und technischen Handgriffen lösen muss. Diese Disziplin veranschaulicht die sehr konkrete Dimension des Sports: in der realen Welt wirksam handeln zu können.

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